Deutsche Baumpflegetage in Augsburg  10.- 12.05.2022

Europas größte Messe für Pflege und Erhalt von Bäumen: Für mich eine Wohltat, MIT dem Strom zu schwimmen anstatt dagegen, 19 Vorträge an drei Tagen anzuhören von Fachleuten, die Bäume in ihren positiven Qualitäten zu schätzen und zu schützen wissen. Die in aller wissenschaftlichen Sorgfalt und gesundem Menschenverstand mit Vorbehalten und Halbwissen aufräumen und gleichzeitig vor den realen Gefahren warnen. Dieses Eintauchen in den neuesten Wissensstand wurde noch vertieft durch visionäre, künstlerische und schließlich auch ehrenamtliche Elemente: Positiv, dass ein Impulsvortrag zeigte, wie die Welt mit mehr Mut zum Stadtbaum aussehen könnte. Positiv, dass Kunst aus Holz ausgestellt wurde. Positiv, dass Organisationen  wie die Alleenschutzgemeinschaft (ASG), der BUND, Plant for the planet und die Baumschutzhotline des Bund Naturschutz Bayern dabei waren. Die Baumpflegetage  – eine Kraftquelle von Wissen und Inspiration! Einprägsam das Bild von der Pause, die alle am liebsten im Schatten der Messebäume verbringen.

Neuerdings schon im März: Erster Aufruf zum Bäume gießen

Während früher um diese Jahreszeit noch richtig Winter war und die Böden sich sattsaugen konnten am tauenden Schnee, hat es 2022 an vielen Orten Deutschlands vor drei Wochen zuletzt ernsthafte Niederschläge gegeben. Danach kam viel Wind, der den Boden austrocknete und eine Frühjahrssonne, die ungebremst von schützendem Laub direkt auf die Krume schien. Bei den einladend milden Temperaturen dieser Tage wollen nun die Bäume für den anstehenden Laubaustrieb die Säfte einströmen lassen – aber speziell jüngere Exemplare brauchen hierzu Oberflächenwasser. Mangelware! Die obersten Erdschichten sind trocken. Der Deutsche Wetterdienst meldet  aktuell Waldbrandgefahr: Stufe 3 von 5 für die meisten Regionen Süddeutschlands, 4 von 5 für die meisten östlichen Bundesländer, in der Lausitz sogar Stufe 5 von 5. Wer den Bäumen etwas Gutes tun will, sollte JETZT zur Gießkanne greifen. Tipp: Kleine Bäume sind noch mit fünf 10-Liter-Kannen alle zwei Tage zufrieden, wobei Regenwasser besser ist als Leitungswasser. Größere Exemplare vertragen locker 300 Liter pro Woche. Das bedeutet Gartenschlauch auswintern, Diffusor anlegen oder öfters Position wechseln und Wecker stellen. Mit Kannen im Umfang der Baumkrone (Kronentraufe) langsam und mit breitem Strahl das Wasser verteilen, Stamm und Stammfuß auslassen. Da die Nächte noch nicht frostfrei sind und gefrorene Erde das Wasser nicht aufnehmen kann, am besten erst in der 2. Tageshälfte gießen. Prost!

Baumpflegetag in Augsburg

Die diesmal coronabedingt nur 1-tägige Veranstaltung hatte es in sich: Rund 50 Aussteller zeigten am 21.09.2021 ihre Innovationen – so wie hier einen gigantischen Bewässerungsschlauch mit einem Fassungsvermögen von 1.500 Litern. 270 Baumfachleute waren gekommen, um den durchwegs praxisnahen Vorträgen zu lauschen. Zum Umgang mit Efeu bei der Baumkontrolle sprachen Andreas Detter (Tree Consult) und online zugeschaltet der Rechtsanwalt Rainer Hilsberg. Dr. Axel Schneidewind präsentierte äußerst aufschlussreiche Fotos von Winterlinden nach Containeranzucht. Anschließend gab Prof. Dirk Dujesiefken (Institut für Baumpflege Hamburg) den aktuellen Stand der Regelwerke zum Baumschutz an Straßen wieder, bevor sich Dr. Markus Streckenbach (Sachverständigenbüro für urbane Vegetation) passenderweise mit reichlich aussagestarken Fotos dem Baumschutz auf Baustellen widmete. Zum Abschluss sprach Prof. Andreas Roloff zu Stadtbäumen, die dem Trockenstress trotzen können und verblüffte das Publikum mit einem musikalischen Höhepunkt: Dem Spiel auf einem Xylophon aus dem bislang hierfür unterschätzten Robinienholz. Alles zusammen für mich und die vielen anderen Gäste absolut hörenswert!

Baumkindergarten

Die meisten meiner Baum“babies“ sind mir sozusagen zugelaufen: Bis auf zwei Kastanien, die ich einfach aus Spaß im Herbst in unser Hochbeet steckte, stammen alle anderen Zöglinge entweder aus Evakuierungen vor einem Rasenmäher oder, ganz dramatisch, ich sammelte sie als letzte Spuren ihrer gefällten Elternbäume auf. Während ich im Februar 2021 ein frisches Rodungsgelände inspizierte, fielen mir viele, bereits unter einst großzügiger Baumkrone anwurzelnden Eicheln auf. Fast schienen sie sich festzukrallen an dem Ort, der von der Natur für sie bestimmt war. Da ich aber wußte, dass der Humus an dieser Stelle in Kürze abgeschoben werden würde, um einem Verkehrsausbau Platz zu machen, nahm ich von diesem Außentermin so viele wurzelnschlagende Eicheln ich auf einmal greifen konnte, mit nachhause. Ich gab jedem Baumkind seinen eigenen Pikiernapf und überwinterte sie genau wie die Ahornkeimlinge in Blumentöpfen. Täglich sehe ich nun im Frühjahr nach den quicklebendigen Setzlingen und studiere ihre Entwicklung – eine spannende Lernerfahrung, die ich jedem Bauminteressierten mit Balkon oder Garten nur empfehlen kann. Aus den Erfahrungen früherer Jahre weiß ich, dass nur ein Bruchteil diese Phase überlebt, aber das ist es mir wert.

Anleitung für Biberzaunmontage

Der Biber ist auch Natur, genauso wie die Bäume – das stimmt. Doch in unserer zugebauten, landwirtschaftlich maximal genutzten Kulturlandschaft, in der es über 100 Jahre keine Biber gab, ist wildwachsenden Bäumen auch nicht mehr viel Rückzugsraum geblieben. Es haben sich außerdem entlang der Ufer etliche Harthölzer angesiedelt, die in ursprünglichen Flußlandschaften nicht vorkämen und die sich nach einem Biberverbiss nicht regenerien können. Gerade in Zeiten der Klimakrise ist der ökologische Wert von Bäumen enorm und da zählt Blattfläche, nicht Weich- oder Hartholz.

Solange der komplette Umbau ganzer Flußlandschaften nicht konsequent mit entsprechend viel Freifläche unterstützt wird, so dass der Biber seine Vorteile entfalten kann und wirklich Feuchtgebiete entstehen, bleibt nur der Kompromiss, die wertvollsten Bäume vor seinen scharfen Zähnen zu schützen. Dies sehen auch viele Mitglieder der Naturschutzverbände so, weshalb Sie dort auch immer freiwillige HelferInnen finden werden, wenn in Ihrer Region der streng geschützte Nager allzu starke Schäden an den Ufergehölzen anrichtet.

Wie Sie nun konkret vorgehen können, erfahren Sie in meiner inzwischen 20-seitigen, reich bebilderten Anleitung zur Biberzaunmontage. Hier können Sie einen Blick in das Inhaltsverzeichnis der neuesten Version werfen (2021). Bei Interesse schreiben Sie mich an unter ah (at) baumstark.de, ich schicke sie Ihnen gegen Überweisung eines Fairnessbeitrags.