Jenseits vom Fällungsverbot:
Hitzeinseln sind nicht auf Ballungsräume beschränkt. Auch auf Hotspots kleinerer Kommunen sinkt die Lebensqualität überall dort, wo bis in die Nacht hinein belastend hohe Temperaturen herrschen. Und das ist häufig dort, wo leistungsfähige kühlende Baumkronen fehlen. Doch wie lassen sich im bebauten Raum aller Größenordnungen „grüne Klimageräte“ langfristig erhalten?
Diese 15 deutschen Kommunen gaben Antwort: Aus Berlin der Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf, Düsseldorf, Erfurt, Erlangen, Esslingen, Freising, Geesthacht, Germering, Hamburg, Kassel, Köln, Nürnberg, Schillingsfürst und zwei anonymisierte Kommunen X1 und X2. Herzliches Dankeschön an sie alle!
Entstehung der Studie: „Grüne Klimaschützer bewahren“
Der Bund Naturschutz Pfaffenhofen an der Ilm (BN) war Ende 2024 auf der Suche nach neuen Strategien zum Baumerhalt, nachdem Initiativen zugunsten von klassischen Baumschutzverordnungen bei den Gemeinden des Landkreises über Jahre abgelehnt wurden. Mit Unterstützung der Lokalen Aktionsgruppe des Landkreises Pfaffenhofen (LAG) im Rahmen des LEADER-Projekts Bürgerengagement betraute der BN Annette Hartmann (Baumkontrolleurin FLL, Fachjournalistin) mit der Studie „Grüne Klimaschützer bewahren: Positive Ansätze für den Erhalt von Bäumen im Siedlungsraum“ (Arbeitstitel).
Anfangs wandte ich mich über die Fachpresse an fortschrittliche Kommunen im In- und Ausland, sich bei mir zu melden und telefonisch Auskunft zu geben über erfolgreiche Maßnahmen zum Baumerhalt und deren Umsetzung jenseits vom Fällungsverbot. Aufgenommen wurden auch Empfehlungen auf potenziell geeignete Kommunen. Das war der Mitwirkungsappell.
Resonanz: Aus dem Ausland kamen keinerlei Rückmeldungen und auf aktive Ansprache nur Absagen. Aus dem Inland meldeten sich einige Empfehlungen, die meisten Kommunen reagierten aber erst auf einen Aufruf auf der Website der GALK e.V. – Vielen Dank an Gerhard Doobe.
Sehr wertvoll war die wissenschaftliche Beratung durch Prof. Dr. Andreas Roloff ab Juni 2025 (Seniorprofessor für Forschung und Wissenstransfer zur Baumbiologie, Leiter Deutsches Baum-Institut, Technische Universität Dresden.) Sein Konzept der „Nationalerbe-Bäume“ ist ein bewährter nationaler Weg des Baumerhalts.
„Best practices“ Sammlung spart Zeit und Geld
Aus punktuellen Beobachtungen wie einem baulichen Schutz der Baumscheibe, einem Pflegekostenzuschüsse für Altbaumbesitzende oder einer Saugbagger-Vorschrift beim Leitungsbau entwickelten sich im Verlauf der Datensammlung fünf Bereiche für Wege des Baumerhalts:
- Planung
- Schutz der Baumscheibe
- Schutz von Bäumen auf Baustellen
- Pflege einschließlich Standortoptimierung
- und Kooperation mit Externen.
Damit Kommunen nicht länger alleine vor sich hin experimentieren müssen, können sie auf diese Sammlung rechts oben zurückgreifen:
„99 Wege zum Baumerhalt“ auf 2 Seiten

Kommunen, die eher am Anfang stehen bei ihrer natürlichen Klimawandelanpassung erhalten Argumente für „Bäume im Ort“
<= Kurzinfo 1 „Wozu Bäume im Ort?“
Zur Frage, wie „grüne Infrastruktur“ in kleinen ländlichen Kommunen erhalten werden sollte, konnte nach der Präsentation der Studienergebnisse das lokale Publikum in Pfaffenhofen a.d. Ilm Maßnahmen auswählen, die sie geeignet fanden. Die Ergebnisse wurden – verkürzt auf die ersten drei Ränge in allen fünf Bereichen – zusammengefasst auf zwei Seiten: Kurzinfo 2 „Wie grüne Infrastruktur erhalten?“
Votum des Publikums aus dem Landkreis Pfaffenhofen a.d.Ilm.
Gute Lösungen für alle
Das Votum des Publikums war ein wesentliches Zwischenergebnis der Studie, denn sämtliche Maßnahmen des Baumerhaltes sind auf Akzeptanz der Bevölkerung und aller Stellen angewiesen, die mit Bäumen zu tun haben.
Für das Fazit des Forschungsberichts mit „best practices“-Sammlung war ursprünglich eine Muster-Stadtgrünverordnung speziell für den ländlichen Raum geplant. Die Form einer Verordnung würde allerdings die vielen Wege des Baumerhalts gar nicht umfassen und käme außerdem „von oben“. Stattdessen wurden die oben angebotenen Kurzinformationen ausgearbeitet, um interessierte Kommunen mit Argumenten und Wissen zu versorgen. Wer Hintergründe, Details und weiterführende Informationen wünscht, kann sich kostenlos den rund 100-seitigen reich bebilderten Forschungsbericht herunterladen. (Einzelne ausdruckte Exemplare sind bei mir erhältlich).
Ergebnisse der Studie (beidseitiger Druck, spart 50% Papier!)
PDF, 13,5 MB
Ergebnisse der Studie (einseitiger Druck)
PDF, 8,5 MB
Statt eines Städtewettbewerbs
Für quantitiative Aussagen war die qualitativ angelegte Studie nur bedingt geeignet. Doch wollten die teilnehmenden Kommunen verständlicherweise wissen, wo sie im Vergleich zu den anderen Vorbildern stehen. Dies wurde für jeden der fünf Bereiche des Baumerhaltes ermittelt. Außerdem lassen sich innerhalb der Gruppe von 15 Teilnehmern ansatzweise Trends erkennen.
Die durchgehend grün markierten „Kapitelsieger“ nutzten besonders viele Stellschrauben in einem bestimmten Bereich. Ansätze, die aus dem „Mainstream“ innerhalb der Gruppe hervorragten, sind in den Tabellen einzeln grün hervorgehoben und werden im Text thematisiert. Wichtig: Es ging bei der Frage nach den Maßnahmen darum, wer sie „immer – oft – standardmäßig“ nutzt. Die Aussage „das haben wir auch schonmal gemacht“ hätte eher einem Einsatz „manchmal – selten“ entsprochen, in diesem Fall erfolgte kein Eintrag in die Tabelle.
„Kommunen und ihre Wege zum Baumerhalt“ – Tabellen (5 Seiten A4 quer)
Für Ihre Fragen, Feedback und Anregungen habe ich ein offenes Ohr.
Ausgedruckte Exemplare der Studie bei mir erhältlich.
ah@baumstark.eu oder telefonisch 0049-(0)8452 – 32 15 875.















